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Automobilsport: Formel 1

 

 

 

Formel 1

 

"Formel" bedeutet, dass es sich hierbei um eine Klasse von Rennwagen mit freistehenden Rädern und nur einem Sitzplatz handelt, die auch "Monopostos" genannt werden. Die Formel 1 ist die so genannte "Königsklasse" des Automobil-Rennsports, die bedeutendste und für den internationalen Autorennsport wichtigste Kategorie, in der seit 1950 die Automobil-Weltmeisterschaft ausgetragen wird. Der Startschuss fiel am 13. Mai 1950 in Silverstone. Damals trug der Sieger, Dr. Nino Farina, zum "Schutz" seines Kopfes noch eine Leinenkappe und, als zu seinen Ehren die italienische Nationalhymne gespielt wurde, einen Lorbeerkranz um seine Schultern. Diese äußeren Merkmale verschwanden in den folgenden Jahren: Die gewebten Kopfbedeckungen waren nicht mehr mit dem wachsenden Sicherheitsdenken vereinbar und der Lorbeerkranz wurde verboten, weil er die teuer bezahlten Werbe-Sticker der Sponsoren auf den Overalls verdeckte.

 

 

"Formel" bedeutet, dass es sich hierbei um eine Klasse von Rennwagen mit freistehenden Rädern und nur einem Sitzplatz handelt, die auch "Monopostos" genannt werden. Die Formel 1 ist die so genannte "Königsklasse" des Automobil-Rennsports, die bedeutendste und für den internationalen Autorennsport wichtigste Kategorie, in der seit 1950 die Automobil-Weltmeisterschaft ausgetragen wird. Der Startschuss fiel am 13. Mai 1950 in Silverstone. Damals trug der Sieger, Dr. Nino Farina, zum "Schutz" seines Kopfes noch eine Leinenkappe und, als zu seinen Ehren die italienische Nationalhymne gespielt wurde, einen Lorbeerkranz um seine Schultern. Diese äußeren Merkmale verschwanden in den folgenden Jahren: Die gewebten Kopfbedeckungen waren nicht mehr mit dem wachsenden Sicherheitsdenken vereinbar und der Lorbeerkranz wurde verboten, weil er die teuer bezahlten Werbe-Sticker der Sponsoren auf den Overalls verdeckte.

 

Am Ende der 1950er Jahre wurden die Frontmotor-Rennwagen durch moderne Mittelmotor-Konstruktionen verdrängt; der erste Schritt in die Neuzeit der Formel 1 war getan. Fangzäune, Leitplanken, Anschnallgurte, verstärkte Überrollbügel, feuerfeste Kleidung sowie die stabile Bauweise der heutigen Rennwagen machten die Formel 1 im Laufe der Jahre erheblich sicherer. Die Schlupflöcher im Reglementnetz werden zwar immer winziger, doch technisch gesehen ist die Formel 1 nach wie vor ein unablässiger Versuch der Ingenieure, dieses Reglement bis an die Grenzen auszureizen, um sich Vorteile gegenüber der Konkurrenz zu verschaffen.

 

 

 

 

ie Baubestimmungen der Rennwagen sind genau definiert, Konstruktionen von Motor und Fahrwerk der Formel 1-Fahrzeuge jedoch freigestellt. Die Motorenleistung und sonstige technische Beschaffenheiten der Fahrzeuge werden von der FIA meist jährlich neu festgelegt. Zurzeit beträgt der Hubraum der Motoren maximal drei Liter (keine Turbomotoren!) und 12 Zylinder. Die Mindesthöhe des Frontflügels wurde um 50 Millimeter auf 100 Millimeter angehoben, der Heckflügel darf nicht mehr als drei obere Flügelprofile und ein unteres Profil aufweisen. Das Mindestgewicht des Wagens einschließlich Fahrer beträgt 595 kg. Die Tankgröße ist freigestellt.

 

 

Seit dem 29. April 2001 (WM-Lauf in Barcelona) ist die seit 1994 verbotene Traktionskontrolle wieder erlaubt, die speziell bei Nässe oder beim Start eine große Hilfe bietet. Sensoren an den Rädern erkennen ein eventuelles Durchdrehen und schicken ein Signal an den Bordcomputer. Dieser drosselt dann die Motorleistung zur optimalen Beschleunigung.

 

 

Bislang bekamen die sechs erstplatzierten Fahrer Punkte gutgeschrieben; seit 2003 gibt es Punkte bis zum achten Platz in der Folge 10:8:6:5:4:3:2:1. Alle während einer Saison gesammelten Punkte werden addiert. Weltmeister ist derjenige, der insgesamt die meisten Punkte erreicht hat.

 

Wichtige Regeländerungen

 

 

1989

Verbot von Turbomotoren, Saugmotoren mit maximal 3,5 Liter Hubraum Pflicht. Mindestgewicht der Wagen: 500 Kilogramm ohne Fahrer. Kein Nachtanken.

1994

Mindestgewicht: 505 Kilogramm (ab Kanada 520 Kilogramm). Verbrauch frei, Nachtanken erlaubt.

1995

Saugmotoren mit 3 Liter Hubraum. Mindestgewicht: 595 Kilogramm, jetzt mit Fahrer. Alle elektronischen Fahrhilfen verboten.

1998

Reifen mit Profil: Vorne sollen die Reifen 3 Rillen erhalten, hinten 4; die Tiefe soll 5 Millimeter betragen, am Ende des Rennens dürfen nicht mehr als 3 Millimeter abgefahren sein. Die Fahrzeugbreite wird von 200 auf 180 Zentimeter reduziert.

1999

Die Höhe des Hauptüberrollbügels muss um 20 cm auf 70 cm erhöht werden. Zudem sind die Räder mit Kabelverbindungen zu fixieren, um Unfälle durch abgelöste Felgen zu verhindern. Pro Fahrzeug und Rennwochenende dürfen nur noch 32 Trockenreifen genutzt werden, profillose Slicks sind verboten. Sowohl die hinteren als auch die vorderen Trockenreifen müssen 4 Längsrillen aufweisen. Ihre Tiefe darf 2,5 cm betragen, die Breite liegt bei 1,4 cm.

2001

Änderungen beim Front- und Heckflügel (siehe oben). Die Reifen müssen mit zwei Seilen am Chassis befestigt sein (bisher eines), um ein Wegbersten bei einem Unfall zu verhindern. Der Durchmesser der Regenreifen ist um 10 Millimeter erhöht (verringertes Aquaplaningrisiko). Änderungen beim Cockpit (u.a. größere Öffnung, größerer Fußraum, entfernbarer Sitz, Überrollbügel müssen höheren Belastungen standhalten). Traktionskontrolle wieder erlaubt. Zudem Änderungen innerhalb des sportlichen Reglements (Testfahrten, Extra-Training, Reifensätze).

2003

Seit 2003 gibt es Punkte bis zum achten Platz in der Folge 10:8:6:5:4:3:2:1.

2004

Zwei Qualifikations-Durchgänge, vor der Qualifikation finden am Freitag und am Samstag jeweils zwei Trainingseinheiten statt. Stallorder, die in das Rennergebnis eingreift, ist verboten. Der Funkverkehr zwischen Fahrer und Box ist nur noch mit Einschränkungen erlaubt. Jedes Team darf zwei verschiedene Trockenreifen bei jeder Veranstaltung verwenden (früher durfte jeder Reifenhersteller nur dieselben zwei Trockenreifen an jedes seiner Teams liefern). Verbot von Startautomatik und vollautomatischem Getriebe. Der Einsatz eines Ersatzautos ist nur dann erlaubt, wenn ein Rennwagen irreparabel beschädigt ist.

 

 

Die neuen Formel-1-Regeln

 

 

 

Auch für das Jahr 2005 wurden wieder radikale Änderungen beschlossen. Mit dem neuen Reglement sollen Michael Schumacher und Co. deutlich eingebremst und die Kassen der Teams geschont werden.

 

 

Regeländerungen:

 

 

Aerodynamik

Front- und Heckflügel, Heckdiffusor und aerodynamische Anbauteile vor den Hinterrädern sind soweit reglementiert worden, dass die Rennwagen rund 20 Prozent Abtrieb verlieren.

Motoren

Die Motoren müssen anstatt wie bislang bei nur einem jetzt bei zwei Rennen verwendet werden.

Reifen

Das jetzt zweigeteilte Qualifying (erster Durchgang am Samstagnachmittag, zweiter Durchgang am Sonntagvormittag) und anschließend das gesamte Rennen müssen mit ein und demselben Satz Reifen bestritten werden.

GP-Kalender

2005 werden erstmals 19 Rennen ausgetragen. Neu aufgenommen in den Kreis der Austragungsländer wurde die Türkei (21.08.2005).

 

 

Straßenverkehrsordnung der Formel 1

 

Das Startprozedere, die Abbruchmodalitäten und die Vielfalt der Flaggensignale sind umfassend geregelt und auch für den Fernsehzuschauer von Interesse. Vor jedem Start wird der Ausgang der Boxengasse für 15 Minuten geöffnet; die Teilnehmer haben nun Zeit, ihren Startplatz einzunehmen. Wer diese Viertelstunde nicht nutzt, muss aus der Boxengasse als Letzter starten.

 

 

Bevor das Rennen beginnt, absolvieren die Teilnehmer eine Formationsrunde, in der das Tempo durch den Trainingsschnellsten bestimmt wird. Es herrscht Überholverbot. Verliert jemand durch technische Pannen seinen (im Zeittraining erworbenen) Platz in der Startaufstellung, so muss er sich hinten anschließen. Nach dieser Runde formiert sich das Feld auf dem Startplatz. Die Pole Position, der beste Startplatz, wird vom Trainingsschnellsten besetzt. Das Grünlicht der Startampel zeigt den Beginn des Rennens an. Signalisiert einer der Fahrer Probleme und der Start muss abgebrochen werden, wird die Prozedur, beginnend mit einer erneuten Formationsrunde, wiederholt. In diesem Fall verkürzt sich die Renndistanz um eine Runde; der Verursacher des Abbruchs muss den letzten Startplatz einnehmen.

 

 

Die Starts werden mit Sensoren kontrolliert. Steigt ein Fahrer zu früh aufs Gas, muss er zehn Sekunden an die Box. Auch in der Boxengasse sind Sensoren in den Asphalt eingelassen, die exakt die Zeit messen, in der die Wagen stehen. Neben dem Frühstart kann eine unsportliche Fahrweise zu einer Zeitstrafe führen.

 

 

Ein Rennen kann abgebrochen werden, wenn der reguläre Verlauf des Wettbewerbs oder die Sicherheit der Fahrer, etwa durch Witterungseinflüsse wie starken Regen oder durch Unfälle, nicht mehr gewährleistet ist. Sind zum Zeitpunkt eines endgültigen Abbruchs weniger als zwei Runden zurückgelegt worden, werden keine Punkte vergeben. Erfolgt der Stopp vor Ablauf von 75% der Distanz, dann werden die Punkte halbiert, d. h. der Sieger erhält 5 statt 10 Punkte, etc. Handelt es sich um einen Zwangsaufenthalt im letzten Rennviertel, gibt es bereits die volle Punktzahl.

 

 

Formel-1-Weltmeisterschaften

 

 

Jahr

Sieger

Marke

1950

Nino Farina, Italien

Alfa Romeo

1951

Juan Manuel Fangio, Argentinien

Alfa Romeo

1952

Alberto Ascari, Italien

Ferrari

1953

Alberto Ascari, Italien

Ferrari

1954

Juan Manuel Fangio, Argentinien

Maserati/Mercedes-Benz

1955

Juan Manuel Fangio, Argentinien

Mercedes-Benz

1956

Juan Manuel Fangio, Argentinien

Ferrari

1957

Juan Manuel Fangio, Argentinien

Maserati

1958

Mike Hawthorne, England

Ferrari

1959

Jack Brabham, Australien

Cooper-Climax

1960

Jack Brabham, Australien

Cooper-Climax

1961

Phil Hill, USA

Ferrari

1962

Graham Hill, England

BRM

1963

Jim Clark, Schottland

Lotus-Climax

1964

John Surtees, England

Ferrari

1965

Jim Clark, Schottland

Lotus-Climax

1966

Jack Brabham, Australien

Brabham-Repco

1967

Denis Hulme, Neuseeland

Brabham-Repco

1968

Graham Hill, England

Lotus-Ford

1969

Jackie Stewart, Schottland

Matra-Ford

1970

Jochen Rindt, Österreich

Lotus-Ford

1971

Jackie Stewart, Schottland

Tyrell-Ford

1972

Emerson Fittipaldi, Brasilien

Lotus-Ford

1973

Jackie Stewart, Schottland

Tyrell-Ford

1974

Emerson Fittipaldi, Brasilien

McLaren-Ford

1975

Niki Lauda, Österreich

Ferrari

1976

James Hunt, England

McLaren-Ford

1977

Niki Lauda, Österreich

Ferrari

1978

Mario Andretti, USA

Lotus-Ford

1979

Jody Scheckter, Südafrika

Ferrari

1980

Alan Jones, Australien

Williams-Ford

1981

Nelson Piquet, Brasilien

Brabham-Ford

1982

Keke Rosberg, Finnland

Williams-Ford

1983

Nelson Piquet, Brasilien

Brabham-BMW

1984

Niki Lauda, Österreich

McLaren-Porsche

1985

Alain Prost, Frankreich

McLaren-Porsche

1986

Alain Prost, Frankreich

McLaren-Porsche

1987

Nelson Piquet, Brasilien

Williams-Honda

1988

Ayrton Senna, Brasilien

McLaren-Honda

1989

Alain Prost, Frankreich

McLaren-Honda

1990

Ayrton Senna, Brasilien

McLaren-Honda

1991

Ayrton Senna, Brasilien

McLaren-Honda

1992

Nigel Mansell, England

Williams-Renault

1993

Alain Prost, Frankreich

Williams-Renault

1994

Michael Schumacher, Deutschland

Benetton-Ford

1995

Michael Schumacher, Deutschland

Benetton-Renault

1996

Damon Hill, England

Williams-Renault

1997

Jacques Villeneuve, Kanada

Williams-Renault

1998

Mika Häkkinen, Finnland

McLaren-Mercedes

1999

Mika Häkkinen, Finnland

McLaren-Mercedes

2000

Michael Schumacher, Deutschland

Ferrari

2001

Michael Schumacher, Deutschland

Ferrari

2002

Michael Schumacher, Deutschland

Ferrari

2003

Michael Schumacher, Deutschland

Ferrari

2004

Michael Schumacher, Deutschland

Ferrari

 

 

Organisation des Automobilsports

 

Die oberste Instanz des Automobilsports ist die Fédération Internationale de L'Automobile (FIA) mit Sitz in Paris. Sie regelt alle internationalen Belange und ist den nationalen Verbänden übergeordnet; ihr gehören rund 105 Verbände aus 93 Ländern an. In Deutschland werden sämtliche Aufgaben, die im Zusammenhang mit genehmigungspflichtigen Wettbewerben mit dem Auto anfallen, für die also eine Lizenz erforderlich ist, von der Obersten Nationalen Sportkommission für den Automobilsport (ONS) geregelt. Zu den Verantwortungsgebieten zählen beispielsweise das Lizenzwesen für Fahrer, Bewerber und Sportwarte, die internationalen und nationalen technischen Bestimmungen, die Ausschreibungen, Reglements und Veranstaltungsgenehmigungen. Die ONS hat zwei Trägerverbände, nämlich den ADAC und den Automobilclub von Deutschland (AvD).

 

 

Der erfolgreichste deutsche Formel-1-Pilot seit Bestehen dieser Rennkategorie ist Michael Schumacher

 

Geburtsdatum und -ort: 3. Januar 1969, Hürth-Hermühlheim (Deutschland)

 

Größe: 1,74 m

 

Gewicht: 74,5 kg

 

Wohnort: Vufflens-le-Château (Schweiz)

 

Familienstand: Verheiratet mit Corinna, 2 Kinder

 

Erlernter Beruf: Kfz-Mechaniker

 

Hobbys: Fußball, Kart, Joggen, Mountain-Biking

 

Automobilweltmeister 1994, 1995, 2000, 2001, 2002, 2003 und 2004

 

 

 

"Schumacher ist ein Jahrhunderttalent. Der ist sauschnell, hat alle Voraussetzungen der Jugend, fährt nicht brutal, hat die richtige Einstellung, genügend Selbstvertrauen und von Grand Prix zu Grand Prix bewiesen, wie schnell er dazu lernt. Einmalig! Eine absolute Einzelerscheinung." Diese lobenden Worte des berühmten Ex-Weltmeisters Niki Lauda charakterisieren präzise den deutschen Rennfahrer, der im August 1991 sein erstes Formel-1-Rennen bestritt und der bereits 1992 als "Aufsteiger des Jahres", der "beste Neue aller Zeiten", "Senkrechtstarter" und "Himmelsstürmer" gefeiert wurde.

 

Der erste deutsche Weltmeister der Formel 1 stammt aus dem rheinischen Kerpen, wo sein Vater die Kartbahn "Graf Berghe von Trips" leitet, auf der er bereits als Vierjähriger seine ersten Runden drehte; schon mit fünf Jahren fuhr er sein erstes Rennen. Lässt es die Zeit zu, steigt er auch heute noch auf den Kart um: "Die Kart-Bahn ist für mich gleich bedeutend mit Zuhause".

 

1984 wurde Schumacher Meister der Junioren, 1985 Vize-Weltmeister und 1987 Europameister. Danach startete er in der Formel Ford und seit 1989 mit einem Reynard-VW in der Formel 3, wo er 1990 Deutscher Meister wurde. Im gleichen Jahr erhielt Schumacher vom Mercedes Werksteam einen Testvertrag für die Sportprototypen-Weltmeisterschaft. Er konnte an der Seite von Jochen Maas, der hier sein Förderer und Lehrmeister wurde, erste Erfahrungen im großen Automobilsport sammeln. "Die Zeit bei Mercedes ist durch nichts zu bezahlen. Das war für mich eine fantastische Schule", so beschreibt Schumacher selbst diese Phase des Testfahrens, die zugleich den Ausgangspunkt für seinen Einstieg in die Formel 1 im August 1991 bildete.

 

Im August 1992 verlagerte Schumacher wegen des Medienrummels um seine Person seinen Wohnsitz nach Monte Carlo. 1995 wurde Schumacher zum "Sportler des Jahres" gekürt, genau 34 Jahre, nachdem Graf Berghe von Trips diese Auszeichnung posthum als letztem deutschen Rennfahrer verliehen worden war.

 

Nach seinen Erfolgen 1994 und 1995 (Automobilweltmeister) wechselte er Ende 1995 von Benetton-Renault zu dem italienischen Rennstall Ferrari. Und Ferrari wird er auch noch lange treu bleiben - möglicherweise bis zu seinem Karriereende. Der Kerpener verlängerte seinen Vertrag im Juni 2003 vorzeitig bis einschließlich 2006.

 

Im August 1995 heiratete Michael Schumacher seine Freundin Corinna Betsch. Gemeinsam haben sie zwei Kinder. Im September 1995 wurde er offiziell zum UNESCO-Sondergesandten für Erziehung und Sport ernannt. Im August 1996 wurde bekannt, dass Schumacher mit seiner Frau ein Haus in Vufflens le Chateau am Genfer See gemietet hat.

 

 

Rennsaison 1997

 

Durch einen Fahrfehler (?) hatte sich Schumacher im Oktober 1997 selbst um seinen dritten Weltmeistertitel gebracht. In der 48. Runde eines spannenden Grand Prix von Europa in Jerez schied er in seinem Ferrari aus, nachdem er seinen direkten Titelkonkurrenten Jacques Villeneuve (Williams-Renault) bei einem Überholmanöver vor einer Kurve in die linke Seite fuhr. Während Schumacher im Kiesbett landete, fuhr Villeneuve zu seinem ersten Titel und damit zugleich zur ersten Weltmeisterschaft eines Kanadiers in der Formel 1-Geschichte. Weil er seinen Rivalen Villeneuve "absichtlich, aber instinktiv, nicht überlegt" (FIA-Präsident Max Mosley in seiner Urteilsbegründung) gerammt habe, wurde Schumacher am 11. November 1997 der inoffizielle Titel des Vizeweltmeisters aberkannt, die fünf Saisonsiege blieben ihm erhalten.

 

 

Rennsaison 1998

 

Mitte Juli 1998 gewann Ferrari das Rennen um Michael Schumacher gegen McLaren-Mercedes und schloss mit ihm einen millionenschweren "Jahrhundert-Vertrag" bis ins nächste Jahrtausend ab. Danach werden der deutsche Doppel-Weltmeister und das italienische Formel-1-Team bis zum Jahr 2002 weiter zusammenarbeiten.

 

Am 1. November 1998 beim Großen Preis von Japan in Suzuka waren bei Tempo 303 nicht nur der rechte Hinterreifen, sondern auch der Titeltraum des Deutschen geplatzt. Neuer Weltmeister wurde der Finne Mika Häkkinen im Silberpfeil. McLaren-Mercedes hatte reichlich Grund zum Feiern: Das britisch-schwäbische Team holte sich zudem mit 156 Punkten die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft vor Ferrari (133 Punkte).

 

 

Beim zweiten Start - der Erste wurde wegen eines technischen Defekts an Jarno Trullis Prost-Peugeot abgebrochen - spielte Schumacher die Kupplung einen üblen Streich: "Die Kupplung hat von allein geschlossen. Deshalb wurde der Motor abgewürgt". Die Rennkommissare hatten ihn daraufhin reglementsgemäß ans Ende des Feldes zurückgestuft. Doch nach der ersten 5,864 km langen Runde war Schumacher bereits Zwölfter, er kämpfte sich bis zur fünften Runde auf Rang sieben vor, steckte dann aber hinter Damon Hill fest. Nach den ersten Boxenstopps war er schließlich Dritter hinter Häkkinen und Irvine - der geplatzte Reifen brachte ihn sodann um alle Chancen. Er musste seinen F 300 in der 31. Runde abstellen. Mit 86 Punkten wurde er WM-Vierter.

 

 

Rennsaison 1999

 

 

Mit einem runderneuerten Ferrari, dem F 399, zog Michael Schumacher am 7. März in den Kampf um die Formel 1-Weltmeisterschaft 1999 ein. "Wir wollen die Weltmeisterschaft erringen. Und ich bin da sehr zuversichtlich. Die Chancen stehen 50:50", sagte der Kerpener, der den Titel in seiner vierten Saison mit Ferrari endlich nach Maranello holen wollte. Sein Unfall beim Großen Preis von England machte ihm jedoch einen Strich durch die Rechnung.

 

Der F 399, bereits der 45. Rennwagen, den Ferrari für die Formel 1 konstruiert hatte, war um rund 20 Kilogramm leichter als das Vorgängermodell F 300. Da ebenfalls der neue Motor "schlanker" wurde, konnte durch die Gewichtseinsparung der Schwerpunkt nach unten verlagert werden. Optimiert wurden zudem die Radaufhängungen und Lufteinlässe, der Heckbereich mit Auspuff und Diffusor, Federn und Dämpfer sowie die Lenkung mit elektronischen Steuerungselementen. Die Leistung des Dreiliter-Zehnzylinders wurde offiziell mit "über 750 PS" angegeben.

 

Glück im Unglück hatte der Weltmeister der Jahre 1994 und 1995 beim Großen Preis von England in Silverstone am 11. Juli 1999: In der ersten Runde raste er mit seinem Ferrari in der Stowe-Kurve in einen Reifenstapel. Durch den frontalen Aufprall erlitt der 30-jährige Rheinländer einen Bruch des rechten Schien- und Wadenbeins. Schon kurze Zeit nach der Operation im General Hospital in Northampton begann "Schumi" in seiner schweizerischen Wahlheimat mit Rehabilitationsmaßnahmen. Bis zu seiner Rückkehr beim Großen Preis von Malaysia (Sepang), bei dem er hinter Eddie Irvine Zweiter wurde, hatte ihn der Finne Mika Salo bei Ferrari vertreten. Die Auswertung der Black Box aus Schumachers Rennwagen ergab, dass der gebürtige Kerpener mit Tempo 107 in die Reifenmauer rutschte, seine Geschwindigkeit am Ende der Geraden vor der Stowe-Kurve betrug 306 km/h, bei 204 km/h blockierten die Vorderräder. Als Unfallursache kommt nach Aussage des Ferrari-Rennstalls nur ein plötzlicher Druckverlust im hinteren Bremskreislauf in Betracht, verursacht wurde der folgenreiche Defekt durch eine lockere Entlüftungsschraube an der hinteren linken Felge.

 

Schumachers sensationelles Comeback nach 98-tägiger Verletzungspause endete mit einem der größten Skandale in der Formel 1. Drei Stunden nach dem Doppelsieg durch Titelkandidat Eddie Irvine und Michael Schumacher beim Großen Preis von Malaysia wurden beide Fahrer disqualifiziert. Die Sportkommissare der FIA hatten bei einer routinemäßigen Untersuchung festgestellt, dass an beiden Ferraris die Windabweiser zehn Millimeter mehr als erlaubt vom Unterboden abstanden. Ferrari legte daraufhin Einspruch ein. Mit der Verkündigung des Freispruchs versetzte Max Mosley, Präsident der FIA, ganz Italien in einen Freudentaumel.

 

Nichtsdestotrotz endete die Formel 1-Weltmeisterschaft 1999 in Suzuka mit dem erneuten Titelgewinn von Mika Häkkinen. Ferrari gewann nach 16 Jahren wieder den Konstrukteurs-Titel.

 

 

Endstand der Fahrer-WM 1999

 

 

 

Punkte

1. M. Häkkinen

76

2. E. Irvine

74

3. H.-H. Frentzen

54

4. D. Coulthard

48

5. M. Schumacher

44

6. R. Schumacher

35

 

 

Endstand der Konstrukteurs-WM 1999

 

 

 

Punkte

1. Ferrari

128

2. McLaren-Mercedes

124

3. Jordan-Mugen-Honda

61

4. Stewart-Ford

36

5. Williams-Supertec

35

6. Benetton-Playlife

16

 

 

Rennsaison 2000

 

 

In der Saison 2000 wollte der Doppel-Weltmeister mit dem F1-2000 wieder einen Fahrertitel für Ferrari holen: "Das ist der Ferrari, von dem ich immer geträumt habe. Ferrari wird jedes Jahr besser. Aber so einen Schritt nach vorn haben wir noch nie gemacht." Und auch das Vertrauen nicht nur der in den Clubs organisierten 130 000 Ferraristi in Schumacher war ungebrochen. Müssen doch der weltbeste Fahrer und die Firma, die das meiste Geld in die Formel 1 steckt (Etat 2000: etwa 220 Millionen Dollar) schließlich irgendwann ihr Ziel erreichen!

 

Und tatsächlich, im Jahr 2000 konnte Ferrari das Ende einer langen Durststrecke bejubeln. Im fünften Anlauf gewann Michael Schumacher den ersehnten WM-Titel. Damit ist er der erste Ferrari-Champion seit 21 Jahren!

 

Die WM-Entscheidung wurde bereits in Japan gefällt. Ein starker zweiter Boxenstopp brachte Michael Schumacher beim Großen Preis von Japan nach 41 Runden an die Spitze und zum vorzeitigen Titelgewinn. Beim letzten Rennen in Kuala Lumpur benötigte Ferrari nur noch drei Punkte. Vor 85 000 Fans erreichte der Rennstall dann sogar 14 Punkte - zehn für Sieger Schumacher, vier für seinen Teamkollegen Rubens Barrichello auf Rang drei.

 

Am Ende eines Superduells zwischen Michael Schumacher und Mika Häkkinen konnte sich Ferrari überdies doppelt freuen: Das Team gewann auch den Konstrukteurs-Titel. Der Kerpener stellte darüber hinaus mit neun Saisonsiegen seine von Nigel Mansell (1992) und ihm selbst (1995) aufgestellte Rekordmarke ein.

 

 

Endstand der Fahrer-WM 2000

 

 

 

 

Punkte

1. M. Schumacher

108

2. M. Häkkinen

89

3. D. Coulthard

73

4. R. Barrichello

62

5. R. Schumacher

24

6. G. Fisichella

18

 

 

Endstand der Konstrukteurs-WM 2000

 

 

 

 

Punkte

1. Ferrari

170

2. McLaren-Mercedes

152

3. BMW-Williams

36

4. Benetton-Playlife

20

5. BAR-Honda

20

6. Jordan-Mugen-Honda

17

 

 

Rennsaison 2001

 

"Es war sicher das perfekte Ende einer perfekten Saison", zog Michael Schumacher nach dem letzten Formel 1-Rennen der Saison 2001 Bilanz. Doch nicht nur dem 17. Rennen (Großer Preis von Japan) drückte er seinen Stempel auf. Insgesamt konnte er neun Saison-Siege für sich verbuchen und sämtliche Rekorde brechen. In seinem elften Jahr in der Königsklasse übertraf er als erster Fahrer mit nunmehr 801 WM-Punkten die 800er-Schallmauer und in bislang 162 Formel-1-Rennen kam er 53-mal als Sieger ins Ziel. Damit löste er den bisherigen Spitzenreiter Alain Prost ab (798,5 Punkte, 51 Siege in 199 Rennen). Auch den Rekord von neun Saisonsiegen des Briten Nigel Mansell im Jahr 1992 stellte Schumacher nach 1995 und 2000 zum dritten Mal ein. Zudem bedeuten die 123 Saisonzähler von ihm ebenfalls Weltrekord.

 

 

Endstand der Fahrer-WM 2001

 

 

 

 

Punkte

1. M. Schumacher

123

2. D. Coulthard

65

3. R. Barrichello

56

4. R. Schumacher

49

5. M. Häkkinen

37

6. J. P. Montoya

31

 

 

Endstand der Konstrukteurs-WM 2001

 

 

 

 

Punkte

1. Ferrari

179

2. McLaren-Mercedes

102

3. Williams-BMW

80

4. Sauber-Petronas

22

5. BAR-Honda

17

Jordan-Honda

17

 

 

Rennsaison 2002

 

In der Saison 2002 stand Michael Schumacher von Melbourne bis Suzuka in jedem Rennen auf dem Podest. Das hat vor ihm noch keiner geschafft! Bereits in Magny-Cours krönte er sich vorzeitig (21. Juli 2002) zum schnellsten Weltmeister aller Zeiten und holte sich den fünften WM-Titel. Und die Scuderia stellte nicht nur den Welt- und Vizeweltmeister (R. Barrichello), sie gewann auch den Konstrukteurstitel. Erstmals seit 1979 schaffte der Rennstall wieder das "Triple": Damals war Jody Scheckter (Südafrika) Champion vor dem Kanadier Gilles Villeneuve und Ferrari Konstrukteurs-Weltmeister geworden.

 

Das die überragende Position des Weltmeisters Michael Schumacher nach der Formel-1-Reform ins Wanken gerät, glauben indes nur wenige. Die italienischen Medien fanden freundliche Worte bezüglich der Regeländerungen: "Kein Putsch gegen Ferrari. Die Formel 1 ändert sich nicht, wird aber unterhaltsamer", schrieb die "La Gazetta dello Sport".

 

 

Endstand der Fahrer-WM 2002

 

 

 

 

Punkte

1. M. Schumacher

144

2. R. Barrichello

77

3. J. P. Montoya

50

4. R. Schumacher

42

5. D. Coulthard

41

6. K. Räikkönen

24

 

 

Endstand der Konstrukteurs-WM 2002

 

 

 

 

Punkte

1. Ferrari

221

2. Williams-BMW

92

3. McLaren-Mercedes

65

4. Renault

23

5. Sauber

11

6. Jordan

9

 

 

Rennsaison 2003

 

Mit dem erneuten Weltmeistertitel in der Saison 2003 hat Michael Schumacher eine Jahrhundertleistung vollbracht. Mit seinen sechs Titeln steht er nun allein an der Spitze vor dem Argentinier Juan Manuel Fangio (5 WM-Titel). Damit ist Schumacher endgültig in die Riege der größten Sportlegenden aller Zeiten aufgestiegen!

 

Im turbulenten Formel-1-Finale in Suzuka reichte Michael Schumacher der achte Platz, um den Finnen Kimi Räikkönen aus eigener Kraft um zwei Punkte zu distanzieren. "Ein hartes Jahr, ein schwieriges Rennen - eines meiner allerhärtesten", stöhnte Schumacher am Ende. Zweimal hing der WM-Titel in der Tat am seidenen Faden: wegen einer Kollision mit Sato in der sechsten Runde sowie wegen einer Karambolage mit Bruder Ralf Schumacher in der 41. Runde. Doch bei der Berührung nahm nur der Bolide des Jüngeren Schaden und musste an die Box.

 

 

Endstand der Fahrer-WM 2003

 

 

 

 

Punkte

1. M. Schumacher

93

2. K. Räikkönen

91

3. J. P. Montoya

82

4. R. Barrichello

65

5. R. Schumacher

58

6. F. Alonso

55

 

 

Endstand der Konstrukteurs-WM 2003

 

 

 

Punkte

1. Ferrari

158

2. Williams-BMW

144

3. McLaren-Mercedes

142

4. Renault

88

5. BAR-Honda

26

6. Sauber-Petronas

19

 

 

Rennsaison 2004

 

 

Michael Schumacher rast in der Formel 1 weiter von Rekord zu Rekord. Schon lange vor dem letzten Rennen in Brasilien hatte er den Titel als Formel 1-Weltmeister sicher. Mit dem zweiten Platz beim Großen Preis von Belgien (Spa) fuhr er sich seinen siebten WM-Fahrertitel ein. Dies ist sein fünfter Titel in Folge! Und bereits beim Großen Preis von Ungarn sicherte sich auch Ferrari den Konstrukteurs-Titel 2004.

 

Ferrari war also auch 2004 wieder allen überlegen. "15 Siege für das Team, 13 davon für Michael - allein diese Zahlen sagen ja schon alles", so Teamchef Jean Todt. Mit der Rekordzahl von 148 Zählern fuhr Michael Schumacher die Konkurrenz so gnadenlos an die Wand wie zuvor kein anderer. Da überrascht es nicht, dass er Ende 2004 zum zweiten Mal nach 1995 zum "Sportler des Jahres" gewählt wurde. Mit 2460 Stimmen setzte er sich vor Langlauf-Gesamtweltcupsieger René Sommerfeldt (1842) und Radprofi Andreas Klöden (1752) durch.

 

 

Endstand der Fahrer-WM 2004

 

 

 

 

Punkte

1. M. Schumacher

148

2. R. Barrichello

114

3. J. Button

85

4. F. Alonso

59

5. J. Montoya

58

6. J. Trulli

46

 

 

Endstand der Konstrukteurs-WM 2004

 

 

 

Punkte

1. Ferrari

262

2. BAR-Honda

119

3. Renault

105

4. Williams-BMW

88

5. McLaren-Mercedes

69

6. Sauber-Petronas

34

 

Renntermine 2005

 

 

 

06.03.2005

Großer Preis von Australien in Melbourne

20.03.2005

Großer Preis von Malaysia in Kuala Lumpur

03.04.2005

Großer Preis von Bahrain in Manama

17.04.2005

Großer Preis von Frankreich in Magny-Cours

24.04.2005

Großer Preis von San Marino in Imola

08.05.2005

Großer Preis von Spanien in Barcelona

22.05.2005

Großer Preis von Monaco in Monte Carlo

29.05.2005

Großer Preis von Europa auf dem Nürburgring

12.06.2005

Großer Preis von Kanada in Montreal

19.06.2005

Großer Preis der USA in Indianapolis

03.07.2005

Großer Preis von England in Silverstone

17.07.2005

Großer Preis von Deutschland in Hockenheim

31.07.2005

Großer Preis von Ungarn in Budapest

21.08.2005

Großer Preis der Türkei in Istanbul

04.09.2005

Großer Preis von Italien in Monza

11.09.2005

Großer Preis von Belgien in Spa

25.09.2005

Großer Preis von Brasilien in Sao Paulo

09.10.2005

Großer Preis von Japan in Suzuka

16.10.2005

Großer Preis von China in Schanghai